FĂŒr die Menschen der IndustrielĂ€nder mag sich die Bezeichnung Welttoilettentag etwas seltsam und vielleicht auch witzig anhören, fĂŒr einen nicht unbetrĂ€chtlichen Teil der Weltbevölkerung besitzt eine Toilette und vor allem eine nicht vorhandene Toilette jedoch eine durchaus große Bedeutung. Es geht nicht nur um das Klo, Klosett, Lokus, Spiegelbude, Thron, Pissoir, HĂ€usl, Örtchen, gewisses Örtchen oder Toilette als “Notanstalt”, nein es geht um sehr viel mehr.

Wann ist der Welttoilettentag 2018?

Am Montag den 19.November 2018. (17. Jahrestag)

Seit wann gibt es den Welttoilettentag?

Den Welttoilettentag gibt es seit dem Jahr 2001, damals ausgerufen von der Welttoilettenorganisation, einer Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Singapur, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die weltweite SanitÀrversorgung zu verbessern. Im Sommer 2013 erklÀrten aufgrund derer Initiative auch die Vereinten Nationen quasi offiziell den Welttoilettentag, der jeweils am 19. November stattfindet.

HintergrĂŒnde vom Welttoilettentag

Der Hintergrund dieser Initiative ist sehr ernst zu nehmen. Die WCs selbst sind im wahrsten Sinne des Wortes nur der Anfang, wobei es grundsĂ€tzlich um Hygiene und damit die Verringerung ansteckender Krankheiten geht. Offen liegende FĂ€kalien bergen aber nicht nur die Gefahren von ĂŒbertragbaren Krankheiten, sondern sind gleichermaßen ein Problem fĂŒr die Wasserversorgung. Damit geht es weiter, vom Klo oder WC hin zur sachgemĂ€ĂŸen Entsorgung der Ausscheidungen. Die hinter dem Welttoilettentag stehende Organisation propagiert hierzu den Einsatz alternativer Entsorgungssysteme. Weder das in der dritten Welt oft angewandte Prinzip der Sickergruben, noch das System der zentralen Abwasseraufbereitung in den IndustrielĂ€ndern stellen sich hierbei als befriedigende Lösungen dar. Beim Einsatz von Sickergruben wird das Grundwasser gefĂ€hrdet, bei zentralen KlĂ€ranlagen ist der Frischwasserverbrauch unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig hoch und sie sind in vielen Regionen der Welt technisch und gesellschaftlich nicht umsetzbar. Vielmehr sind es ökologische, Kreislauforientierte SanitĂ€rsysteme, die einerseits Wasser sparen und die die in den FĂ€kalien enthaltenen NĂ€hrstoffe als DĂŒngemittel verwendbar machen. Ecosan, die AbkĂŒrzung fĂŒr ecological sanitation, ist ein solches Verfahren, indem SanitĂ€rversorgung und Abwasserbewirtschaftung zusammengefasst sind.

Historisches zur Toilette

Schon vor gut 2800 Jahren gab es Klos oder Abortanlagen. Auch im alten Rom waren sowohl öffentliche Toiletten wie auch in den HĂ€user befindliche WCs vorhanden, zumindest bei denen, die es sich leisten konnten. Selbst eine WasserspĂŒlung und die Ableitung der FĂ€kalien ĂŒber ein Kloaken-System war den Römern bekannt. In nachrömischer Zeit, etwa ab dem 4. Jahrhundert und mit dem Aufkommen des Mittelalters gingen diese sanitĂ€ren Errungenschaften weitgehend wieder verloren. Ob nun Edelmann, Ritter oder Bauer, in der Regel wurde eine Grube ausgehoben und ein „Donnerbalken“ darĂŒber gelegt. In den Burgen gab es teilweise an die Außenmauer angebaute „HolzhĂ€uschen“, jedoch ohne angeschlossene Abwasserrohre. Die Entsorgung geschah im freien Fall, meist einfach in den Burggraben. Diese sanitĂ€ren MissstĂ€nde stellten die Hauptursache fĂŒr Pest- und Choleraepidemien in ganz Europa mit Hunderttausenden von Toten dar. TatsĂ€chlich wurde das erste Klosett mit WasserspĂŒlung im Jahr 1820 in einem Schloss installiert. Über 1200 Jahre waren seit dem römischen Weltreich vergangen, bis es einigen Leuten dann doch zu sehr zum Himmel stank. Bis zur allgemeinen Versorgung mit Klo oder WC dauerte es aber dann noch einmal viele Jahre. Im Grunde brachte erst das anbrechende 20. Jahrhundert eine fĂŒr Mitteleuropa befriedigende Deckung mit sanitĂ€ren Anlagen.

Toilettenbeutel Peepoo fĂŒr die Welt

Eine mögliche Lösung fĂŒr mehr Hygiene und damit die Verringerung ansteckender Krankheiten, ist eine Erfindung namens Peepoo (Englisch fĂŒr Pipi und Aa). Eine Beutel fĂŒr FĂ€kalien, der die Ausbreitung von Krankheiten eindĂ€mmen soll. Peepoo ist nicht einfach nur ein Plastikbeutel. Eine chemische Mischung im Beutel tötet Keime ab und verwandelt den Inhalt in wenigen Wochen zu DĂŒnger. Selbst die TĂŒte löst sich rĂŒckstandsfrei auf.

Woher kommt das Wort Toilette?

Toilette ist ĂŒbrigens ein französisches Wort, das fĂŒr den deutschen Sprachgebrauch entlehnt wurde und auch WC steht eigentlich fĂŒr die englische Wortkombination Water-Closet. Hier in Deutschland wĂ€re die Bezeichnung SpĂŒlklosett richtig. In den USA wird vorwiegend die Bezeichnung Restroom verwendet und im spanischen Sprachraum meist einfach Baño, wobei sowohl das Badezimmer wie das Klo gemeint sind.

Toilette an der Wand

Was gibt es fĂŒr Toiletten?

Die aus der Zivilisation nicht mehr weg zu denkenden Klos sind je nach Region unterschiedlich ausgefĂŒhrt. In den westlichen LĂ€ndern sind es ĂŒberwiegend die sogenannten Porzellanstandardbecken in Form von TiefspĂŒlern oder FlachspĂŒlern, wobei der TiefspĂŒler aufgrund der geringeren GeruchsbelĂ€stigung den FlachspĂŒler immer mehr verdrĂ€ngt. In Frankreich sind teilweise noch Hocktoiletten zu finden, auf denen nicht gesessen, sondern in Hockstellung das GeschĂ€ft verrichtet wird. Eine Toilettenform die auch in Asien, teilweise in SĂŒdeuropa und vor allem in islamischen LĂ€ndern zu finden ist.

Toiletten & WC Bilder

Toiletten Song – Das Klo Buch

Hier noch ein relativ lustiges Video mit dem Toiletten-Song von Ruthe. Hört es euch mal an.

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6 Kommentare

  1. Ich dachte schon, wieder so ein bekloppter Feiertag aber wenn ich jetzt so drĂŒber nachdenke. Ok. Hygiene ist schon wichtig aber da gibts bestimmt auch einen Hygienetag. 🙂

  2. 1966 habe ich zum ersten Mal mein gewohntes SpĂŒlklosett schmerzlich vermisst. Ich war auf Besuch auf einem Vierkanthof in Oberösterreich, und dort gab es damals zu meinem Entsetzen noch ein “Plumpsklo” im Freien.

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